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Übersicht über Atheismus-Info

Atheismus

Hier entsteht eine neue Website mit Informationen für Atheisten.


Diskussionen über den Atheismus

Inhaltsverzeichnis:
  1. Was ist Atheismus?
  2. Warum sollte ich an Gott glauben?
  3. Glauben und Wissen
  4. Glauben und Vertrauen
  5. Glauben und Nichtglauben: gleichwertig?
  6. Gibt es Gründe für den Glauben?
  7. Links und Literaturverzeichnis
  8. Was ist mit der Gotteserfahrung?


Was ist Atheismus?

Als Theismus bezeichnet man den Glauben an Gott. Als Atheismus demgegenüber einen Nicht-Glauben an Gott (A- ist eine Silbe der Verneinung).

Ein Atheist ist jemand, der nicht an Gott glaubt. Er ist nicht unbedingt jemand, der glaubt, es gäbe kein Gott. Mehr steckt tatsächlich nicht dahinter. Nach einem landläufigen Vorurteil ist ein Atheist ein Mensch, der glaubt, dass es keinen Gott gibt. Diese Haltung bezeichnet man als positiven oder starken Atheismus - sie wird ziemlich selten vertreten. Eine Position, bei der nur einfach der Glauben an Gott fehlt, nennt man negativen oder schwachen Atheismus.

Atheisten werden oft als Gottlose bezeichnet, meist mit dem Vorwurf, ein Atheist habe auch keine Moral. Das ist aber völlig falsch - eine Haltung, bei der die Moral abgelehnt wird, bezeichnet man als Nihilismus  [1] oder als Amoralismus. Ein Atheist kann, muss aber nicht Nihilist oder Amoralist sein. Auch die meisten Atheisten folgen einer Moral (dazu später mehr), nur dass sich ein Atheist zur Begründung seiner Moral nicht auf Gott beruft  [2].

Dann ist da noch die Bezeichnung Gottesleugner in Gebrauch. Leugnen wird in zwei Bedeutungen gebraucht, im eigentlichen Sinne heißt es "bestreiten". Demnach wäre ein Gottesleugner jemand, der Gott bestreitet (genauer: seine Existenz). Das trifft für die positiven Atheisten zu, aber nicht für die Mehrheit der Atheisten. Außerdem wird das Wort leugnen noch umgangssprachlich oft in dem Sinne benutzt, dass es sich darum handelt, etwas Wahres bewusst als falsch zu bezeichnen - und in diesem Sinne ist es falsch. Ein negativer Atheist weiß nicht, ob Gott existiert oder nicht. Er hält in der Abwesenheit von guten Gründen es für sinnvoller, sich einer Meinung darüber zu enthalten. An Gott zu glauben bedeutet natürlich, dass man überzeugt ist, Gott existiert. Der Atheist müsste wissen, dass Gott existiert, um ihn im umgangssprachlichen Sinne der "Gottesleugnung" zu beschuldigen. Aber so wenig wie der Theist weiß, ob Gott existiert, so wenig weiß dies der Atheist, er kann also nicht etwas, was er für wahr hält, leugnen. Ein Atheist kann nur sagen, dass er nicht weiß, ob Gott existiert oder nicht - und dass er es nicht sinnvoll hält, an Gott zu glauben. Er ist also ein Ungläubiger.

Atheismus als Weltanschauung ist oft (nicht immer) noch mit mehr verbunden, nämlich der Auffassung, dass die natürliche Welt alles ist, was es gibt (das bezeichnet man als starken Naturalismus) oder dass die natürliche Welt alles ist, was wir erfahren können (das bezeichnet man als schwachen Naturalismus). Mehrheitlich sind die Atheisten schwache Naturalisten, was bedeutet, dass sie weder an übernatürliche Wesen noch an ein Leben nach dem Tode glauben.

Warum sollte man nicht daran glauben, dass ein Gott existiert? Die meisten Theisten halten es für völlig legitim, zu glauben, dass es Zeus oder Thor oder Odin (oder einen der paar tausend anderen Götter, siehe auch →Götter der Welt) nicht gibt. Wie kommen sie dazu? Wenn es nicht richtig wäre, an die Nichtexistenz eines Gottes zu glauben, dann dürfte auch der Theist die Existenz von Zeus und anderen Göttern nicht leugnen (bestreiten). Theisten tun das aber im Allgemeinen, und Christen oder Muslime im Besonderen. Sie sind, was andere Götter angeht, starke Atheisten, zumindest glauben sie nicht an andere Götter. Ihren Unglauben halten sie für ihr selbstverständliches Recht bzw. für gerechtfertigt. Darin muss man ihnen zustimmen, aber es bedeutet auch, dass jeder das Recht hat, für keinen Gott eine Ausnahme zu machen, statt für einen bestimmten eine machen zu müssen.

Ein Atheist glaubt nur (bei tausenden von Göttern) an einen einzigen Gott weniger als der Theist, was bedeutet, dass der Theist ebenso ein "Gottesleugner" ist wie der Atheist, jedenfalls bei nahezu allen Göttern mit einer Ausnahme.

Wenn der Theist dem Atheisten das Recht bestreitet, an einen (seinen) Gott nicht zu glauben, dann bestreitet er sich selbst das Recht, an die anderen Götter nicht zu glauben.

Ohnehin finde ich es nicht nachvollziehbar, dass "alle Menschen an denselben Gott" glauben sollen. Man frage zehn Gläubige nach ihrem Gott, und man wird ein Dutzend verschiedener Antworten bekommen. Kaum einer glaubt an des anderen Menschen Gottes. Beziehen wir die Gläubigen anderer Kulturen mit ein, dann werden die Unterschiede noch dramatischer. An welchen von diesen Göttern soll ich denn nun glauben? Es gibt wohl einen "Gott des kleinsten gemeinsamen Nenners". Das bedeutet natürlich, dass auch die Gläubigen selbst nicht so furchtbar viel über ihren Gott wissen können, sonst wäre ihr Glauben einheitlicher.

Manchmal wandelt sich das Gottesbild eines Theisten während man mit ihm spricht (siehe auch →Wer ist eigentlich Gott?). So werden viele logische Rückschlüsse von der Welt auf Gott gemacht - so wird Gott als Schöpfer bezeichnet, weil die Welt ja "irgendwo" herkommen muss  [3]. Das geht nur, wenn so ein logischer Schluss bei Gott überhaupt möglich wäre. Aber schon ein paar Sätze später heißt es dann oft, dass man nicht die Logik benutzen kann oder darf, um damit auf Gott zu schließen. Ist Gott nun der Logik zugänglich oder nicht  [4]? Darüber sind sich die Theisten untereinander uneinig, manchmal sogar mit sich selbst.

Informationen über den Autor: →http://www.volker-dittmar.info. Sie können mir gerne eine  E-Mail schreiben.

Diskussionsbedarf: Wer gerne ausgiebig mit mir öffentlich diskutieren möchte, der findet mich auf →mykath.de unter dem Namen Volker.

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Anmerkungen:
  1.  Genauer gesagt, der Nihilismus ist eine Verneinung aller Werte, also auch beispielsweise des Sinns des Lebens. (Zurück)
  2.  Wie wir noch sehen werden, kann man sich bei einer Moral nicht auf Gott berufen - und zwar u. a. wegen →Euthyphrons Dilemma. (Zurück)
  3.  Das ist keineswegs eine zwingende Annahme, wie viele glauben - die Welt kann auch aus dem Nichts entstanden sein, siehe →Kann Etwas aus dem Nichts entstehen? (Zurück)
  4.  Siehe auch →Ist Gott der Logik zugänglich? (Zurück)
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