Inhaltsverzeichnis:

      Wer sich in Diskussionen begibt, kommt darin um …
      Ein tolles Argument gegen den Atheismus
      Woher kommt das Nichts, aus dem alles entstand?
      Ein moralisches Argument gegen den Atheismus
      Was ist Intelligenz?
      Nur ein gehirntoter Atheist ist ein guter Atheist!
      Mein Rat an Atheisten
         Interessante Links zum Thema
         Videos
         Literaturhinweise

 

Wer sich in Diskussionen begibt, kommt darin um …

Im Folgenden gebe ich ein paar Beispiele für Diskussionen mit Gläubigen. Es handelt sich um Beispiele aus der Praxis, nur ein bisschen verdichtet. A steht für den Atheisten, T für den Theisten.

 

Ein tolles Argument gegen den Atheismus

T: Du kannst nicht erklären, woher das Universum kommt! Deswegen  ist der Atheismus Blödsinn.

A: Du meinst, wenn man in einem Weltbild nicht erklären kann, wo seine Grundlagen herkommen, ist das Weltbild falsch?

T: Ja, ganz genau!

A: Woher kommt Gott?

T: Das ist eine blöde Frage …

Ab und zu finden wir die Variante:

T: Zu glauben, dass das Universum aus dem Nichts entstand, ist totaler Blödsinn.

A: Du meinst, es ist Unsinn zu glauben, dass eine Sache keinen Ursprung hat? Das ist mit »entstand aus dem Nichts« gemeint. Das Universum könnte ewig existieren, in dem Fall hatte es ebenfalls keinen Ursprung.

T: Ja, alles, was existiert, muss eine Ursprung haben.

A: Was ist der Ursprung für Gott?

T: Gott hatte keinen Ursprung! Er existiert ewig!

A: Das heißt, Gott ist ein Beispiel, dass nicht alles einen Ursprung haben muss?

T: Ja, genau … Moment mal: Gott ist reiner Geist, der braucht keinen Ursprung.

A: Materie könnte ewig existieren, ohne Ursprung, und der Big Bang entstand aus vorhandener Materie.

T: Nein, nur Geist kann ewig sein!

A: Warum?

T: …

Es läuft es darauf hinaus »weil ich Recht habe und Du nur zu blöd bist, das einzusehen«. Merke: Wenn ein Atheist eine Behauptung nicht begründen kann, ist das ein Argument gegen den Atheismus. Wenn ein Theist dasselbe nicht begründen kann, ist das ein Beweis, dass Atheisten arrogante Schnösel sind, mit denen man besser nicht diskutiert.

 

Woher kommt das Nichts, aus dem alles entstand?

Lustig ist, dass Gläubige häufig darauf beharren, dass Atheisten glauben, dass das Universum aus dem Nichts entstand. Warum glauben sie das? Nur aus einem Grund: Weil sie meinen, damit leichter fertig zu werden! Dass Atheisten teilweise glauben, dass unsere Welt aus dem Nichts entstand, teilweise, dass es ewig existiert, teilweise, dass sie wissen, dass sie das nicht wissen. Dass man ehrlich ist, und zugibt, dass man es nicht weiß, handelt es sich um ein Argument gegen  den Atheismus. Dass man bei Gott der Frage ausweicht, nicht zulassen möchte, dass man sie stellt, sich weigert, sich damit zu befassen, ist kein zulässiges Argument gegen den Theismus! Wo käme man hin, wenn man eine Diskussion intellektuell redlich führt … da bestünde die Gefahr, dass man den Atheisten recht geben müsste.

T: Atheisten müssen glauben, dass alles aus dem Nichts entstand!

A: Nein. Theisten müssen das glauben, weil Gott alles aus dem Nichts erschaffen haben soll. Ich glaube, dass es das ominöse »Nichts« nicht gegeben haben kann. Dass »absolut Nichts« existiert, halte ich für logisch unmöglich! Woher kommt das Nichts?

T: Das war schon ewig da! Bis Gott den Zustand beendigte und das Universum erschuf!

A: Und wenn das Universum, oder genauer, das, woraus es entstand, schon ewig existierte?

T: Das kann nicht sein.

A: Warum nicht? Gott kann ewig existieren, das Nichts kann ewig existieren – nur das Universum nicht?

T: Ja!

A: Und warum?

T: …

A: Woher will man wissen, dass Nichtexistenz der natürliche Zustand ist?

Ein Argument, von einem Theisten vorgebracht, bestätigt seine Meinung. Exakt dasselbe Argument, von einem Atheisten geäußert, zeigt nur, was für ein selbstherrliches, arrogantes, unwissendes Pack die Atheisten sind. Das taucht an allen Stellen auf.

 

Ein moralisches Argument gegen den Atheismus

T: Hitler war Atheist, seht mal, wohin uns sein Atheismus gebracht hat! Das beweist die moralische Verdorbenheit des Atheismus.

A: Ante Pavelic, ein Diktator, der dermaßen übel war, dass sogar Hitler ihn für einen geisteskranken, gefährlichen Irren hielt, war katholisch und wollte einen katholischen Gottesstaat errichten. Was beweist das?

T: Das kann man nicht vergleichen! Das ist ein Einzelbeispiel!

A: Hitler – der, nebenbei, Katholik war und kein Atheist – ist ebenso ein Einzelbeispiel.

T: Gut, nehmen wir Mao. Der war Atheist!

A: Auch ein Einzelbeispiel. Dieselbe Frage: Was beweist Mao, was Ante Pavelic nicht beweist?

T: Aber wir haben noch Mutter Theresa und Ghandi.

A: Ghandi war Hindu, der nicht viel von Christen hielt – er hat sie schließlich bekämpft, gewaltfrei gegen gewalttätige Christen. Mutter Theresa ist umstritten, und wir sind weiterhin bei Einzelbeispielen. Die sollen beweisen, dass ALLE Atheisten unmoralisch sind, während dasselbe nicht beweisen kann, dass Christen keine Moral haben, habe ich das richtig verstanden?

T: …

Gut, das wird gefolgt vom »Argument« des →wahren Schotten, das zutiefst korrupt ist. Räumt man das aus, wird einem vorgeworfen, dass man Christen für dumm hält, worüber man sich empört. Das habe ich an keiner Stelle gesagt! Ich habe das eventuell gedacht, aber nur, weil die betreffenden Gläubigen sich auf die Weise verhalten. Und sie merken, dass einen der Verdacht beschleicht, wenn man mit ihnen diskutiert. Gerne wird behauptet, Atheisten seien nicht »offen« für ihre Argumente. Was für Argumente? Wer für alles offen ist, kann nicht ganz dicht sein. Wenn man zu offen ist, fällt am Ende das Gehirn heraus.

 

Was ist Intelligenz?

Intelligenz ist definiert  als die Fähigkeit, angesichts neuer Beweise, Argumente, Tatsachen oder allgemein Informationen, seine Ansichten anzupassen. Sachverhalte zu ignorieren und bei seiner Meinung zu bleiben ist das Gegenteil davon. Ich kann nichts dafür, dass sich Gläubige auf die Art verhalten. Ich will nichts dagegen unternehmen, dass sie bei Argumenten den Kürzeren ziehen. Und sich nur retten können, in dem sie ein Argument, dass sie verwendet haben, nicht anerkennen, wenn ein Atheist es mit anderem Inhalt gegen sie verwendet _1_.

Man muss nur ein wenig warten, dann kann man ein Argument der Christen umdrehen und es gegen sie verwenden. Das ist eine Art »Naturgesetz«. Gut, manche der Begründungen sind falsch, man kann sie gegen sie verwenden. Besser geht das mit richtigen Argumenten. Irgendwann, wenn ihnen genug ihrer eigenen Argumente »um die Ohren geflogen« sind, fangen sie an, zu jammern, dass Atheisten überlegen tun und ihre Ansichten nicht »respektieren«. Oder dass wir uns über sie lustig machen. Ja, das tun wir, das ist fies und gemein – sie sind ein lustiges Völkchen, das leider auf Argumente nicht eingeht.

Wenn man anfängt zu diskutieren, ist man an vielen Punkten geschockt von dem, was an Argumenten geäußert wird. Mit der Zeit gewöhnt man sich daran. Man wird sofort persönlich attackiert, wenn man überlegen argumentiert. Wenn man, wie ich, lange Zeit in einem Forum diskutiert, wird man von einem Viertel ignoriert und von einem weiteren Viertel persönlich angegriffen. Das von denselben Leuten, nebenbei, die nicht müde werden, das Christentum für seine Nächstenliebe zu preisen, die andere Ansichten weder tolerieren oder respektieren. Jede kleinste Unsachlichkeit, die man äußert, weil einem der Kragen platzt (Atheisten sind schließlich auch Menschen), wird sofort gegen einen gewendet. Da kehrt man sofort seine eigene, moralische Überlegenheit heraus, während die 20 bis 30 Beleidigungen, die man davor benutzt hat, daran nichts ändern.

 

Nur ein gehirntoter Atheist ist ein guter Atheist!

Humor und Polemik treffen die empfindsamen Gemüter besonders. Egal, wie polemisch Christen in Diskussionen sind, eine kleine polemische Spitze, schon hat man alle gegen sich – die anderen Atheisten gleich mit. Nur ein schweigsamer Atheist, der nichts gegen die Religion sagt, keine Argumente verwendet, sich nicht darüber lustig macht, ist ein guter Atheist. Eine faire Debatte kann es unter den Voraussetzungen nicht geben, das ist nicht vorgesehen. Christlicher Glauben ist so konstruiert, dass man ihn kleinen Kindern aufdrücken kann, oder anderen Menschen, die zu einer fairen, ausgeglichenen Auseinandersetzung nicht fähig sind. Der Glauben krallt sich im Gehirn fest, da ist er durch rationale Argumentationen nicht mehr zu ändern.

Bedauerlich, dass Atheisten versuchen, durch vernünftige Argumente andere Menschen zu überzeugen. Christen dürfen kleine Kinder missionieren, Atheisten dürfen nicht mit Erwachsenen über deren Glauben diskutieren, wenn sie versuchen, ihren Standpunkt sachlich plausibel zu machen! Im Grunde genommen ist das ein Ausfluss der verbreiteten, christlichen Doppelmoral. Doppelte Moral hält besser.

Es gibt eine Menge Christen, die nicht sind wie geschildert, die sich anders verhalten. In Diskussionen ist es so, dass einem die unangenehmen Typen mehr auffallen – eben weil sie unerfreulich sind.

 

Mein Rat an Atheisten

Wenn ich einen unerbetenen Ratschlag geben darf: Diskutiert mit Gläubigen. Nicht, um sie zu »missionieren«, sondern um sich einen Eindruck zu verschaffen. Die interessanteste Variante ist die, christliche Argumente zu nehmen, ihren Inhalt auszuwechseln und sie gegen sie zu benutzen. Das klappt erstaunlich oft! Man bekommt mit der Zeit allmählich den Ruf, ein arroganter, überheblicher, unverbesserlicher Besserwisser zu sein. Man lernt eine Menge über Argumente, was überall nützlich ist.

Der Grund, warum man christliche Argumente nehmen und gegen sie verwenden kann, ist zu einem Teil, weil es sich nicht um Argumente handelt, sondern um Denkfehler. Zum anderen Teil ist der christliche Glauben in sich unlogisch, sodass jede Korrektur, die man an ihren Behauptungen vornimmt, darauf hinweist. Wenn es umgekehrt zu funktionieren scheint, handelt es sich bei der Argumentation um einen Denkfehler.

Man kann nicht beweisen, dass es keinen Gott gibt? Oh doch: Atheologisches Argument gegen Gott.

»Rationalität ist ein Konzept, das dazu erdacht wurde, um Gläubige zu nerven. Realität ist ein Konzept, das dazu gemacht wurde, um Gläubige in die Irre zu führen. Wenn man auf Rationalität, Realität, Polemik, Humor und Widerspruch verzichtet, kommt man mit den meisten Gläubigen in den meisten Diskussionen prima zurecht!«
Volker Dittmar


 

Interessante Links zum Thema

Eine umfangreiche Ressource zum Thema Atheismus:

Welcome to AllThingsAtheism

Warum das Christentum falsch ist:

Why Christianity is False

Das könnte Sie auch noch interessieren:

Häufig geäußerte Argumente
FAQ – Häufig gestellte Fragen

Eine wichtige Quelle für rationale Argumentation:

RatioBlog 

Videos

 

Literaturhinweise

Besonders interessante Werke sind extra hervorgehoben. Das ist nur eine kleine  Auswahl der wichtigsten Werke zum Thema Diskussion im Christentum:

[Johnson 1983]: Johnson, B. C: The atheist debater's handbook, 1983, Prometheus Books – Die häufigsten Argumente von Theologen und Gläubigen, kurz und knackig widerlegt.
[Schleichert 2008]: Schleichert, Hubert: Wie man mit Fundamentalisten diskutiert, ohne den Verstand zu verlieren: Anleitung zum subversiven Denken, 2008, Beck – Grundlegendes Werk über die Diskussion mit Fundamentalisten.

1. Man kann das Argument gegen Atheisten verwenden. Nur, was von den Gläubigen kommt, sind selten neue  Informationen oder Argumente. Für mich  sind es in der Mehrheit der Fälle Behauptungen, die ich schon seit meiner Kindheit kenne, als ich selbst gläubig war. Ich sehe mir neue Argumente, wenn ich ihnen begegne, genau an. Ich lehne sie nicht ab, weil die Schlussfolgerung nicht meinen Standpunkt wiedergibt. Ich lehne kein Argument ab, wenn ich das nicht präzise begründen kann. Christen mögen z. B. meinen, dass ein Atheist nichts von der pascalschen Wette gehört hat, Tatsache ist, dass man als Atheist das so oft zu hören bekommt, dass es einen zu beiden Ohren wieder herauskommt. Und man sagt sich: »Na toll, schon wieder der alte Mist. Das ist ein Zombie-Argument, egal wie oft man es niederschießt, es kommt zurück«. Zurück zu 1


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